Aktuelles

Öffentliche Anhörung

05.06.2003

An den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses des Landes Nordrhein-Westfalen<br/> Herrn MdL Manfred Hemmer<br/> Landtag Nordrhein-Westfalen<br/> Postfach 10 11 43<br/> 40002 Düsseldorf<br/>

Mönchengladbach, 30.05.2001

Öffentliche Anhörung des Verkehrsausschusses am 11. Juni 2001

 Sehr geehrter Herr Hemmer,

wie wir erfahren haben, findet am 11. Juni 2001 im Landtag eine Anhörung des Verkehrsausschusses zur Luftverkehrspolitik des Landes NRW in Verbindung mit der NRW-Luftverkehrskonzeption 2010 statt. Der Einladungsliste entnehmen wir, daß an dieser öffentlichen Sitzung Sachverständige aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung sowie weiterer gesellschaftliche Gruppierungen teilnehmen.

Wir möchten Sie bitten, zu dieser und ggf. weiteren Anhörungen und Sitzungen auch den Förderverein Flughafen Mönchengladbach e.V. als Teilnehmer mit einzubeziehen. Zur öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses am 11. Juni 2001 möchten wir hiermit schriftlich Stellung beziehen.

1. Flughafen Mönchengladbach bereits heute wichtiger Standortfaktor

Über die positiven Einflüsse des Luftverkehrs auf die Entwicklung von Regionen herrscht nach allgemeinem Erkenntnisstand Einigkeit.

Für die sehr stark exportorientierte Wirtschaft am linken Niederrhein und im deutsch-niederländischen Grenzraum ist eine gute Luftverkehrsanbindung an die internationalen Wirtschaftszentren unverzichtbar. Mit direkten Verbindungen im Regionalluftverkehr zu zahlreichen deutschen und europäischen Wirtschaftszentren (u.a. Berlin, London, München, Leipzig) ist der Flughafen Mönchengladbach heute bereits schon ein unverzichtbarer und zentraler Standortfaktor für die Region.

Dies gilt um so mehr, als die Großstädte am linken Niederrhein nach und nach — aus der Wirtschaft unerklärlichen Gründen — vom deutschen und internationalen Schienenfernverkehrsnetz abgekoppelt wurden. So ist die Stadt Mönchengladbach heute die größte deutsche Stadt ohne Anschluß an das ICE- und IC/EC-Netz der Deutschen Bahn AG.

Im Geschäftsreiseverkehr leistet der Flughafen Mönchengladbach weiterhin bereits heute einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des internationalen Verkehrsflughafens Düsseldorf.

Mit über 450 Arbeitsplätzen sind der Flughafen und die auf dem Flughafen ansässigen Unternehmungen auch als Wirtschaftsunternehmen wichtige Arbeitgeber in der Region.

2. Flughafenausbau unverzichtbar

Neben dem Ausbau der Flughafeninfrastruktur an den internationalen Verkehrsflughäfen war die Luftverkehrspolitik des Landes in der Vergangenheit auch stark durch den Gedanken der Dezentralität geprägt.

Zum Abbau der chronischen Überlastungen am Flughafen Düsseldorf war in diesem Zusammenhang auch eine Arbeitsteilung der Flughäfen Düsseldorf und Mönchengladbach geplant. Diese Planungen konnten bisher nur ansatzweise umgesetzt werden, weil

a. die Start- und Landebahn am Flughafen Mönchengladbach für die mittlerweile im Regionalluftverkehr gängigen Flugzeugtypen nicht die hinreichende Länge besitzt

b. eine attraktive Verbindung zwischen beiden Flughäfen fehlt.

Mit den vom Flughafen in Aussicht genommenen Ausbauplanungen wird der Flughafen Mönchengladbach aus Sicht unserer Initiative mittelfristig in die Lage versetzt, einerseits einen für die Wirtschaft der Region attraktiven Regionalluftverkehr anzubieten und andererseits einen für die Flughafengesellschafter effizienten und wirtschaftlichen Flugbetrieb darzustellen. Durch die im Bau befindliche Rheinquerung der A 44 (\'Flughafenbrücke\') und ggf. später einer entsprechenden Rheinbrücke für den Schienenverkehr wird auch eine stärkere Vernetzung der beiden Flughäfen möglich.

Weiterentwickelte Regionalflughäfen in Nordrhein-Westfalen, z.B. der Flughafen Dortmund oder der Flughafen Paderborn/Lippstadt, zeigen deutlich den Zusammenhang zwischen dem Ausbau der Flughafeninfrastruktur und einer positiven Wirtschaftsentwicklung in den dortigen Regionen auf. Gerade für eine im Strukturwandel befindliche Region wie dem linken Niederrhein, die im Gegensatz zu anderen Teilen des Landes Nordrhein-Westfalen nicht im Zentrum öffentlicher Förderung (auch nicht des Landes!) steht, ist eine Anpassung der Flughafeninfrastruktur an die veränderten Rahmenbedingungen im Luftverkehr unverzichtbar.

3. Zum Förderverein Flughafen Mönchengladbach e.V.

Der Förderverein Flughafen Mönchengladbach e.V. wurde im Frühjahr 2000 von namhaften Unternehmern aus der Region Mönchengladbach gegründet und setzt sich für die weitere Entwicklung des Flughafens Mönchengladbach ein. Konkret möchte der Verein

* die Öffentlichkeit über die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens Mönchengladbach für die Region informieren,<br/>

* die Vorteile des Flughafens Mönchengladbach für die Wirtschaft aufzeigen,<br/>

* den Flughafen der Bevölkerung näher bringen,<br/>

* den Flughafen bei Erweiterungs- und Ausbauplanungen unterstützen. <br/>

Dem Förderverein haben sich bis heute bereits über 70 Mitglieder angeschlossen — zumeist Unternehmen und wirtschaftsnahe Institutionen aus dem deutsch-niederländischen Einzugsgebiet des Flughafens Mönchengladbach. Aus Sicht unserer Airportinitiative ist der Flughafen Mönchengladbach ein zentrales Moment bei der Bewältigung des Strukturwandels und Motor regionaler Entwicklung am linken Niederrhein. Weitere Informationen zum Förderverein Flughafen Mönchengladbach e.V. sind auch im Internet unter www.pro-airport-mg.de erhältlich.

  Sehr geehrter Herr Hemmer, wir bitten um eine wohlwollende Prüfung unseres Anliegens und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Markus Römmen -Vorsitzender-

Christian Stattrop - stellv. Vorsitzender -

Ruth H. Witteler-Koch - stellv. Vorsitzende-