Aktuelles

Studie HS Niederrhein

05.06.2003

Sehr geehrtes Vereinsmitglied,

zur Bedeutung des Flughafens Mönchengladbach für die Region Mittlerer Niederrhein hat der Förderverein Flughafen Mönchengladbach im Sommer 2001 eine Studie beim Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Niederrhein in Auftrag gegeben.

Die Ergebnisse der von Prof. Dr. Rüdiger Hamm, Dozent für regionale und sektorale Strukturpolitik an der HN, verfassten Studie möchten wir Ihnen heute präsentieren. Weiterhin wird Prof. Dr. Hamm über die Ergebnisse der Studie auch im Rahmen der Mitgliederversammlung am 14.5.2002 informieren. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Mit freundlichen Grüßen

- Der Vorstand -

------------------------------------------------------------------------------------ METHODIK DER STUDIE

Methodisch wurden bei der Studie zwei Ansätze verfolgt:

1. Die Regionale Multiplikatoranalyse

2. Eine Unternehmensbefragung Im Rahmen einer Unternehmensbefragung wurden 1.500 Unternehmen am Mittleren Niederrhein (Krefeld, Mönchengladbach, Kreise Neuss und Viersen) angeschrieben, von denen sich 341 Unternehmen, die 48.000 Menschen beschäftigen, an der Befragung beteiligt haben. Die Rücklaufquote beträgt somit 22,7 vH.

------------------------------------------------------------------------------------- ERGEBNISSE DER STUDIE -ANALYSE DES DERZEITIGEN ZUSTANDES-

Nachfrageseitige Effekte:

Am Flughafen Mönchengladbach waren zu Beginn des Jahres 2001 in Vollzeitäquivalenten ausgedrückt 395 Personen beschäftigt. Auf zwei verschiedenen Wegen - zum einen über Angaben aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, zum anderen über Angaben aus anderen Flughafenanalysen - wurde versucht, die nachfrageseitigen Effekte dieser Beschäftigten für die Region Mittlerer Niederrhein abzuschätzen. Die unmittelbar im Bereich des Mönchengladbacher Flughafens Beschäftigten leisten einen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Die mit der Leistungserstellung dieser Firmen in Verbindung stehende Investitionsgüter- und Vorleistungsnachfrage sichert am Mittleren Niederrhein zwischen 95 und 130 weitere Arbeitsplätze. Über den regionalen Einkommenskreislauf werden darüber hinaus zwischen 95 und 145 Arbeitsplätze gesichert. Insgesamt sind damit zwischen 580 und 670 Arbeitsplätze am Mittleren Niederrhein mit dem Mönchengladbacher Flughafen verbunden. Die regionalen Beschäftigungsmultiplikatoren nehmen in der günstigsten Variante Werte von rund 1,7, in der unteren von knapp 1,5 an. In etwa kann festgehalten werden, dass je zwei Arbeitsplätze auf dem Mönchengladbacher Flughafen über die nachfrageseitigen Kreislaufzusammenhänge einen weiteren Arbeitsplatz am Mittleren Niederrhein sichern. Vor dem Hintergrund der rund 375 000 Beschäftigten in der Region erscheinen die derzeitigen Nachfrageeffekte des Flughafens Mönchengladbach als eher gering.

Angebotsseitige Effekte:

- Für gut 16 vH aller befragten Unternehmen ist ein Flughafen ein unabdingbarer oder wichtiger Standortfaktor. Diese Unternehmen werden als luftfracht- bzw. flughafenaffin bezeichnet. Die Definition klar abgegrenzter flughafenaffiner Branchen ist kaum möglich; vielmehr scheint es in einem breiten Spektrum von Branchen flughafenaffine Unternehmen zu geben. Es gibt empirische Hinweise darauf, dass der Anteil flughafenaffiner Unternehmen mit der Nähe zum Flughafen zunimmt.

- Rund 80 vH der Unternehmen gaben an, dass sie den Flughafen Mönchengladbach in den letzten 12 Monaten gar nicht oder nur relativ selten benutzt haben, mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen hatte ihn überhaupt nicht genutzt - Ergebnisse, die sicherlich nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer derzeit stark begrenzten Zahl der von Mönchengladbach aus erreichbaren Flugziele zu sehen sind. Vor diesem Hintergrund ist es fast überraschend, dass knapp 10 vH der Unternehmen am Mittleren Niederrhein den Flughafen im Jahr mehr als zehn Mal benutzen. Erwartungsgemäß ist die Nutzungshäufigkeit der flughafenaffinen Unternehmen überdurchschnittlich hoch.

- In drei Bereichen erhält der Flughafen Durchschnittsbenotungen von \'gut\' und besser: Beim Parkraumangebot, bei der Straßenanbindung und bei der Abfertigungsdauer. Hier sehen die Unternehmen die zu erhaltenden Stärken des Mönchengladbacher Flughafens. Zwischen gut und befriedigend liegen die Bewertung der An- und Abflugzeiten und der Ausschilderung des Flughafens. Bewertungen in der \'Umgebung\' der Note \'befriedigend\' erhält der Flughafen in punkto Ambiente des Terminals, Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr sowie hinsichtlich der Qualität und der Verfügbarkeit von Serviceangeboten. Am schlechtesten fällt die Beurteilung der erreichbaren Flugziele aus; hier sehen die Unternehmen den größten Handlungsbedarf. Spezifische Stärken des Mönchengladbacher Flughafens gegenüber anderen Flughäfen sind die Abfertigungsdauer, das Parkraumangebot und seine Straßenanbindung.

- Die befragten Unternehmen sind mehrheitlich der Meinung, dass der Flughafen in Mönchengladbach einen ruhigen und gepflegten Eindruck macht. Der dadurch entstehende, leicht verschlafene Eindruck wird aber dadurch relativiert, dass nur vergleichsweise wenige Unternehmen den Flughafen für einen unbedeutenden Provinzflughafen halten. Statt dessen meinen sie mehrheitlich, dass der Flughafen ein wichtiges Element der regionalen Infrastruktur, ein wichtiger regionaler Imageträger und ein wichtiger Standortfaktor für die regionale Wirtschaft ist. Die umweltbelastenden Einflüsse des Flughafens und seine negativen Auswirkungen auf das Wohnumfeld werden als gering eingestuft. Nach dem Ausbau könne er - so die Meinung vieler Unternehmen - wichtige Beiträge zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsentwicklung leisten. Dass ein Ausbau des Flughafens zu einer Fehlinvestition führen könnte, halten die meisten Unternehmen für eher unwahrscheinlich. In der Befragung sind zwei Gruppen von Unternehmen zu unterscheiden. Innerhalb dieser beiden Gruppen gibt es große Gemeinsamkeiten im Antwortverhalten, zwischen beiden Gruppen hingegen deutliche Unterschiede. Die erste, zahlenmäßig deutlich stärkere Gruppe richtet die Erwartung positiver ökonomischer Effekte an den derzeit vorhandenen Flughafen und an seinen Ausbau. Die zweite Gruppe betont hingegen stärker die Risiken eines Flughafenausbaus.

- Als Gesamtnote erhält der Flughafen Mönchengladbach von den Unternehmen eine \'Drei Plus\', von den flughafenaffinen Unternehmen sogar eine \'Zwei bis Drei\'.

----------------------------------------------------------------------------------------- ERGEBNISSE DER STUDIE -ERWARTUNGEN AN EINEN AUSBAU-

Nachfrageseitige Effekte:

- Die regionalen Effekte der für den Ausbau des Mönchengladbacher Flughafens erforderlichen investiven Maßnahmen sind nicht besonders ausgeprägt - nach den Schätzungen können maximal 400 regionale Arbeitsplätze gesichert werden. Da es sich bei diesen Investitionsausgaben um einen zeitlich gestreckten, nur einmal auftretenden Impuls handelt, verteilen sich diese Beschäftigungseffekte über einen vergleichsweise langen Zeitraum; nach Beendigung der Arbeiten würden diese Arbeitsplätze dann wieder \'wegfallen\'.

- Der Flughafen könnte im Endausbau nicht unerhebliche nachfrageseitige Beschäftigungs- effekte für die Region zur Folge haben. Um die nachfrageseitigen Effekte des laufenden Betriebs im Endausbau abzuschätzen, wurde unterstellt, dass der Mönchengladbacher Flughafen von 3 Mill. Passagieren benutzt wird. Geht man davon aus, dass zwischen 90 und 100 Beschäftigte für 100 000 Passagiere erforderlich sind, so ergibt dies eine geschätzte Mitarbeiterzahl von 2 730 bis 2 994 Personen. Über die Vorleistungs- und Investitionsgüternachfrage der in Zukunft am Flughafen tätigen Unternehmen könnten zwischen 740 und 980 weitere regionale Arbeitsplätze gesichert werden. Über die regionalen Einkommens- und Vorleistungskreisläufe ergeben sich die induzierten Effekte, die sich auf 700 bis 1 100 Beschäftigungsverhältnisse belaufen. Der gesamte regionale Beschäftigungseffekt des Flughafens Mönchengladbach würde im unterstellten Szenario zwischen 4 172 und 5 079 liegen; dies entspricht einem regio