Aktuelles

Streit der Gesellschaften

20.09.2007

 

Der Streit zwischen den Gesellschaftern des Flughafens Mönchengladbach geht in eine neue Runde. Initiator dieses Gefechts ist diesmal jedoch ein außen stehender Dritter: Die Mitglieder des Fördervereins Flughafen Mönchengladbach forderten in einer Resolution den Minderheitsgesellschafter, die halbstädtische NVV, auf, juristische Schritte gegen den Mehrheitsgesellschafter, den Flughafen Düsseldorf, zu prüfen.

Immerhin könne das Verhalten der Düsseldorfer im Kontext des Planfeststellungsverfahrens nach Ansicht vereinseigener Juristen durchaus als treuewidrig bezeichnet werden. Das wiederum könne letztlich einen Entzug der Gesellschaftsanteile erlauben. Eine extreme Forderung, der die Mitglieder nach der Berichterstattung über die Geschehnisse der vergangenen Wochen durch den Aufsichtsratsvorsitzenden und Vorstand des Minderheitsgesellschafters NVV Friedhelm Kirchhartz einstimmig zustimmten.

Denn dass Düsenbetriebene Flugzeuge eines Tages auf dem Flughafen Mönchengladbach landen, ist nach den jüngsten Ereignissen in weite Ferne gerückt; die Chancen für die Genehmigung der erneut beantragten Start- und Landebahnverlängerung auf 2.320 Meter sind äußerst gering: Aus dieser Erkenntnis heraus hatte der damalige Geschäftsführer Hans-Joachim Peters den Antrag kurzfristig auf 1.850 Meter geändert. Diese Ausbaulänge hätte ein vereinfachtes Verfahren und nach Meinung der Fördervereinsmitglieder auch gute Erfolgsaussichten gehabt.

Doch die Düsseldorfer kündigten kurzerhand und mehr oder weniger über Nacht dem gerade erst eingesetzten Geschäftsführer fristlos und stellten flugs einen neuen Antrag – wieder für die lange Bahn. Für deren seitens der Bezirksregierung bereits avisierte Ablehnung waren bislang weniger Bedenken umliegender Gemeinden ausschlaggebend als vielmehr die Tatsache, dass der Antrag bislang seitens des Mehrheitsgesellschafters nicht begründet worden war. Der Düsseldorfer Flughafen hatte bis zuletzt nicht dargelegt, welcher Nutzen mit der ausgebauten Landebahn für den Flughafen Düsseldorf verbunden wäre.

Dabei sei die Notwendigkeit der Verlagerung von Flugverkehr auf den nahe liegenden kleinen Bruder äußerst deutlich, erklärte der Vereinsvorsitzende Christian Stattrop mit Blick auf ein Ranking, in dem Düsseldorf bei den Passagierzahlen bereits hinter die Berliner Flughäfen auf Platz vier gerutscht sei. „Nordrhein-Westfalen braucht den Ausbau, um nicht den Anschluss an den internationalen Flugverkehr zu verlieren. Denn Düsseldorf International wird auch den Spielraum aus der jüngsten OVG-Entscheidung schon in Kürze voll ausgeschöpft haben. Und dann?“